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Schulprogramm der GS Am Ordensgut
0. Unterrichts- und Erziehungsziele Seit dem Schuljahr 2007/2008 nimmt die GS Am Ordensgut am Modellversuch „Selbstständige Schulen“ im Saarland teil. Er läuft bis zum Jahr 2013. Für unsere Schule bedeutet dieser Status, unser pädagogisches Konzept weiterentwickeln und Schwerpunkte auf die individuelle Lernförderung unserer Kinder setzen zu können. Die Schule engagiert sich schon seit vielen Jahren für die Integration von Kindern aus höchst unterschiedlichen sozialen Verhältnissen, mit Migrationshintergrund oder mit einer Behinderung. Davon profitieren alle Schüler, weil sie es von klein auf als selbstverständlich erfahren, als Mensch mit unterschiedlichen individuellen Eigenschaften und Eigenarten respektiert zu werden und umgekehrt auch den Anderen in seiner Würde zu achten. So entsteht an dieser Schule sozusagen ein kleiner Kosmos als Abbild unserer heutigen Gesellschaft. Mit unserem neuen pädagogischen Konzept können wir die Kinder stärker als zuvor da abholen, wo sie sind. Wir wollen uns noch mehr Zeit nehmen Werte zu vermitteln und vor allem wollen wir verhindern, dass Bildung weiterhin so stark von sozialer Herkunft abhängig ist. Wir möchten, dass unsere Schülerinnen und Schüler selbstbewusste, selbstständige und interessierte Menschen werden. Für uns ist es wichtig, sie mit Schlüsselqualifikationen wie Kommunikationsfähigkeit, Flexibilität, Kreativität, Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Gewissenhaftigkeit, Zielorientiertheit und Verantwortungsbewusstsein auszustatten. Dazu müssen die notwendigen Grundbausteine in den ersten Grundschuljahren gelegt werden. Für uns bedeutet dies vorrangig die Vermittlung sozialer Kompetenzen und der fundierte Wissenserwerb durch veränderte Unterrichtsformen. Zu den wichtigsten Veränderungen, die wir bisher an unserer Schule vorgenommen haben, gehören:
1. Veränderte Rhythmisierung des Schulalltages
· gemeinsamer musikalischer Wochenbeginn aller Schüler und Lehrer am Montag · Bekanntgabe eines Wochenmottos durch das Schulleitungsteam, an dem sich alle orientieren sollen · gemeinsamer musikalischer Wochenabschluss aller Schüler und Lehrer am Freitag und Reflexion des Wochenmottos · ab 7.00 Uhr: Kinder können freiwillig in ihrem Klassenraum an speziell für sie vorbereiteten Übungsmaterialien freiwillig unter Einhaltung der vereinbarten Regeln still arbeiten oder sich wie bisher auf dem Schulhof sammeln, wobei ab 7:45 Uhr die Aufsicht gewährleistet ist. · ab 8.00 Uhr: selbstständiges, freies und fächerübergreifendes Arbeiten an lehrplanorientierten Themen bis 8.30 Uhr · Aufhebung des 45-Minuten-Taktes zugunsten thematischer Unterrichtsblöcke, die dem natürlichen Lernverhalten des Kindes besser entsprechen Modul 1 offene Arbeitszeit – Kernfächer – Förderunterricht Modul 2 musische Fächer, Religion, Sport, Französisch, Förderunterricht, wöchentlicher Projekttag mit offenen bzw. jahrgangsübergreifenden Angeboten Modul 3 Nachmittagsgestaltung in Zusammenarbeit mit der schulischen Nach- betreungseinrichtung, Arbeitsgemeinschaften durch Lehrer, Eltern, außerschulische Personen und Vereine
· Arbeit in klassen- und jahrgangsübergreifenden Projekten, die entweder Leistungsdifferenzierung ermöglichen oder Foren schaffen, in denen Kindern von Kindern lernen · schülerzentrierter Unterricht ermöglicht gezielte individuelle Lernfortschritte und löst zu großen Teilen den lehrerzentrierten Frontalunterricht ab (Arbeit mit Tages- oder Wochenplan, Werkstattunterricht usw.)
2. Entwicklung und Anwendung veränderter Leistungskriterien
15-Punkte-Notensystem Verwendung des 15-Punktesystems in Klassenstufe 3 als bessere Möglichkeit differenzierter Leistungsbeurteilung. Die Zeugnisse der Klassenstufe 4 werden nach der traditionellen Notenskala erstellt.
Veränderte Zeugnisformulare für Klasse 1 und 2 zur differenzierten Leistungsbewertung Als Jahreszeugnis in Klassenstufe 1 erhalten die Kinder für alle unterrichteten Fächer eine durch Ankreuzen erstellte differenzierte Leistungsfeststellung. Im Halbjahres- und Jahreszeugnis von Klassenstufe 2 werden analog zu den Jahreszeugnissen der Klasse 1 die Noten durch das Ankreuzen von Leistungskriterien in unterschiedlichen Kompetenzbereichen nach den Anforderungen in Klassenstufe 2 ersetzt. Damit erfolgt die Erstellung individueller Zeugnisse nach dem Profil der Schule mit differenzierteren Leistungsbewertungen und alternativen Leistungskriterien. Es gibt folglich in den Klassenstufen 1 und 2 keine Noten. Die Klassenarbeiten werden verbal beurteilt.
Alternative Leistungskriterien und Leistungsbewertungen - Den Kindern wird ein individuelles Arbeitstempo durch die Arbeit an Wochenplänen ermöglicht. - Klassenarbeiten finden in einem vorgegebenen Zeitfenster an verschiedenen Terminen statt (außer Klassenstufe 4) - Kinder erstellen und halten ab Kl. 1 Referate zu frei ausgewählten Themen (Möglichkeit zum Ausgleich bestehender Defizite in der mündlichen bzw. schriftlichen Darstellung oder im SU)
3. Stärkung der Sozialkompetenzen als Erziehungsziel Bei der Erziehung der uns anvertrauten Kinder legen wir als Kollegium darüber hinaus großen Wert auf den Erwerb gefestigter sozialer Kompetenzen. Diese können nur durch viele, regelmäßige Rituale und Ereignisse erlangt werden und stärken die Schulgemeinschaft: · gemeinsamer Start in die Woche / gemeinsamer Wochenabschluss · Sensibilisierung füreinander und miteinander durch die Ausgabe eines Wochenmottos und dessen Reflexion · für alle Kinder gelten dieselben Regeln im Unterricht sowie auf dem Schulhof oder bei Unterrichtsgängen · Kinder helfen Kindern beim Lernen · alle Lehrer reagieren mit der gleichen Vorgehensweise bei Konflikten der Kinder untereinander · Kinder werden aktiv in die Problemlösung miteinbezogen (alle Betroffenen schildern, Klassenrat, Opfer-Täter-Ausgleich...) · Erziehung zu Höflichkeit u. Hilfsbereitschaft untereinander · Einbeziehung der Kinder in die Gestaltung des Schullebens (z.B. in der Klassensprecherkonferenz, bei der Herstellung von Hausdekorationen, Schulkonzerten ...) · jährlicher Benefizlauf für unsere Partnerstadt in Bolivien, bei dem seit 2006 fast 70.000 Euro erlaufen wurden, und regelmäßiger Informations- und Bilderaustausch über Pfarrer Graus · jährliche Spendenaktion zur Unterstützung eines Kinderhilfsprojektes in Rumänien · jährliches großes Schulfest mit allen Kindern, Eltern und Freunden · großes Faschingsfest mit Umzug im Schulviertel im 4-Jahresrhythmus · regelmäßige Klassenfeiern zu unterschiedlichen Anlässen · zweimal jährlich erscheinende Schulzeitung („Schülerknaller“), die von den Kindern maßgeblich gestaltet wird u.v.m.
4. Die Zukunft hat schon begonnen! · Als Grundschule in einem sozialen Brennpunkt Saarbrückens war es von großer Wichtigkeit für uns, in den vergangenen Jahren ein eigenes pädagogisches Profil zu entwickeln und dazu mit einem ganz besonderen Schwerpunkt etwas Einzigartiges gerade in diesem Einzugsgebiet auf den Weg zu bringen. Dies ist mit dem Musikprojekt „Die Kleinen Streicher“ in außergewöhnlicher Weise gelungen, das seit dem Jahr 2008 stufenweise sukzessive aufgebaut wurde. Nun spielen seit März 2011 alle Kinder der Grundschule Am Ordensgut entweder Geige oder Cello. Die Kinder werden dabei wöchentlich von professionellen Lehrkräften der Musikschule Saarbrücken unterrichtet und erhalten so vom 1. Schuljahr an eine ganz besondere Förderung, die weit über den rein musikalischen Kompetenzerwerb hinausgeht. Aktives Musizieren, insbesondere im Ensemble, fördert die im heutigen Berufs- und Wirtschaftsleben immer wichtiger werdenden Schlüsselqualifikationen wie Kommunikationsfähigkeit, Flexibilität, Kreativität, Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Gewissenhaftigkeit, Konzentration, selbstständiges Denken und Handeln. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen diese Zusammenhänge. Dank der Unterstützung der Landeshauptstadt Saarbrücken, die über die Musikschule die Instrumente für alle Kinder zur Verfügung stellt, und Dank der Unterstützung des Ministeriums für Bildung, das sich über die gesonderten Rahmenbedingungen innerhalb des Modellversuchs „Selbstständige Schulen im Saarland“ an der Finanzierung des Instrumentalunterrichts maßgeblich beteiligt, kann die Grundschule Am Ordensgut dieses außergewöhnliche, hochwertige Projekt und verstärkte umfassende Musikerziehung anbieten. Der Instrumentalunterricht ist fester Bestandteil aller Stundenpläne. Um dieses wunderbare Projekt in dieser Größenordnung und auch in der Zukunft für alle Kinder, die die Grundschule Am Ordensgut besuchen, sichern zu können, sind wir aber auch über die vorhandene Unterstützung hinaus weiterhin auf Sponsoren angewiesen.
· Seit dem Schuljahr 2011-2012 nimmt die Grundschule Am Ordensgut am Kooperationsjahr "Schule-Kindergarten" teil. Die Schulneulinge werden frühzeitig an den Schulalltag gewöhnt und durch die verstärkte Zusammenarbeit mit den zugehörigen Kindergärten und –tagesstätten werden so festgestellte Defizite aufgearbeitet. · Die Eltern der Neulinge schließen zu Beginn des neuen Schuljahres eine sogenannte Erziehungsvereinbarung, die sowohl die Rechte und Pflichten der Eltern gegenüber der Schule als auch der Schule gegenüber den Kindern und Eltern festschreibt. Sie wird von beiden Seiten auf freiwilliger Basis unterschrieben.
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